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Neue
Zuger Zeitung, 23. Juni 2001
Ursula Armijo-Knobel
«Dieser
Hauskauf war Fügung»
Ein
Stück Schweiz
nach Amerika gebracht: Die Zugerin Ursula Armijo-Knobel
eröffnete
in den USA
eine «Bed and Breakfast»−Pension.
«Ohne
Hintergedanken fuhr ich
nach Amerika», beginnt Ursula
Armijo-Knobel ihre Geschichte.» Ich wollte einfach ein
bisschen
shoppen. Dass
ich gleich ein Haus kaufen würde, habe ich beim besten Willen
nicht gedacht.»
Jetzt gehört der Zugerin ein so genanntes «Bed and
Breakfast«, namens «River’s
Inn» im kleinen Städtchen Antonito im Bundesstaat
Colorado.
Spontaner Hauskauf
1977 lernte Ursula Armijo-Knobel in Mexiko ihren ersten Ehemann
kennen und lebte später mit ihm in Amerika. Als sich die
beiden
scheiden
liessen, kehrte die Schweizerin nach Europa zurück.
«Vor
drei Jahren wollte ich
unbedingt nach Colorado zurück», sagt Armijo-Knobel. Im
kleinen
Städtchen Antonito
angekommen, erfuhr sie, dass das Haus ihrer verstorbenen ehemaligen
Schwiegermutter zum Verkauf stand. Armijo-Knobel überlegte nicht
lange
und kaufte das Herrenhaus
aus dem Jahre 1907.
Das
Gebäude musste komplett
renoviert werden. «In Amerika
werden keine alten Gebäude hergerichtet. Ich aber wollte es
unbedingt
erhalten», erzählt die Besitzerin. Mit der
Instandsetzung
kam allmählich die
Idee, das Haus in ein «Bed and Breakfast» zu
verwandeln. In
vier der fünf
Zimmer sollten Gäste in familiärer
Atmosphäre
aufgenommen und bewirtet werden
können.
Neues Glück dank
«Zwangsferien»
Während Ursula Armijo-Knobel in der Schweiz ihrer Arbeit nachging,
wurde das Haus renoviert. Im April des letzten Jahres kehrte sie in
ihren
Ferien zum angeblich fertigen Haus zurück. «Ich
konnte kaum
die Türe öffnen.
Alles lag drunter und drüber. Die Arbeiten waren kaum zur
Hälfte getan»,
schildert Armijo-Knobel die damalige Situation. «An eine
Eröffnung
war nicht zu
denken. Ich war sozusagen zu Zwangsferien verurteilt.»
Zwangsferien, in denen
Ursula Armijo-Knobel ihren zukünftigen Mann Sam Armijo kennen
lernen
sollte. «Es war
Liebe auf den ersten Blick», sagt Ursula Armijo- Knobel. Genau 26
Tage
nachdem sie ihn
kennen gelernt hatte, heiratete sie den allein erziehenden Vater zweier
Kinder.
«Es musste einfach
so
kommen»
«Das alles war Fügung für mich. Das Haus,
die Heirat,
es
musste einfach so kommen», erzählt Ursula Armijo-Knobel. Die
Schweizerin ist
mittlerweile zur Pendlerin im grossen Stil geworden. Sie reist zwischen
ihrer amerikanischen
Familie, Bekannten in der Schweiz und ihren Arbeitsprojekten zur
Entwicklungshilfe auf den Kanaren hin und her. Und versucht immer
genügend Zeit
für ihren Betrieb zu haben.
«Mit
dem «Bed and
Breakfast» im alten Stil möchte ich ein
Stück Schweiz nach Amerika bringen»,
erklärt die
Unternehmerin. Ursula Armijo-Knobel verwöhnt ihre Gäste
mit Selbstgebackenem. Die
Zimmer
und das Haus sind
liebevoll mit Stücken aus der Schweiz und aus
Österreich
eingerichtet.
«Mir
ist es ausserdem wichtig,
im 1000−Seelen−Ort Antonito
etwas zu bewegen.» Das einst blühende
Städtchen ist
ziemlich heruntergekommen,
die Arbeitslosigkeit ist hoch. Während der Saison kommen mit
der
Dampfeisenbahn, die durchs Gebiet fährt, 300 bis 400 Touristen
pro
Tag für ein
paar Stunden nach Antonito. «Nur leider haben sie hier keine
Gelegenheit, Geld
auszugeben. Das will ich ändern», sagt die
engagierte
Schweizerin mit Green
Card. Und sie ist kaum mehr zu stoppen: «Ein Recyclingsystem
ist
auch
bitternötig. Die Ideen gehen mir nie aus.
Von Caroline Brändli
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