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Karl Bodmer

    
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Vorwort
zur ergänzten Neuauflage 1993

 
Als der 1782 geborene Naturforscher Maximilian Prinz zu Wied eine Reise in das Innere Nordamerikas plante, gab es die Fotografie noch nicht, und niemand ahnte, dass es sie einmal geben würde. Dem auf wissenschaftliche Exaktheit bedachten Prinzen war längst bewusst geworden, dass ein gutes, naturgetreues Bild mehr aussagt, als tausend Worte es vermögen. Deshalb hielt er Ausschau nach einem talentierten Maler, der ihn auf seiner Reise begleiten und seine Berichte illustrieren sollte. Seine Wahl fiel auf den in Koblenz lebenden Schweizer Karl Bodmer, der sich durch seine bemerkenswerten Landschaftsbilder bereits in jungen Jahren einen Namen geschaffen hatte. Dass Karl Bodmer als wertvolle Ergänzung seiner Künstlerhand auch noch scharfe, unbestechliche Augen und ein analytisches Wahrnehmungsvermögen besass, konnte der Prinz hocherfreut bereits bei den ersten auf der Reise entstandenen Bilder feststellen. Von Bild zu Bild wurde ihm immer deutlicher bewusst, dass er einen talentierten Maler gesucht, tatsächlich aber einen genialen Künstler gefunden hatte. 

Zum gleichen Urteil kamen auch die Fachleute, als vor 150 Jahren das Werk «Reise in das Innere Nord−America in den Jahren 1832 − 1834» mit den Bildern von Karl Bodmer erschien. Kunstliebhaber schätzten die Indianer− und Landschaftsbilder ihrer Schönheit wegen, und die Völkerkundler waren − und sind es noch heute − vom Informationsgehalt dieser prachtvollen Bilder begeistert. Die Originale befinden sich heute im Joslyn Art Museum in Omaha, Nebraska. Der seit vielen Jahrzehnten vergriffene Bildatlas wird nur sehr selten und meistens zu sechsstelligen Preisen auf Kunstauktionen angeboten. Die lange Zeit als verloren geglaubten handgestochenen Originaldruckplatten wurden durch Zufall wieder aufgefunden und befinden sich heute ebenfalls im Joslyn Art Museum. Von diesen Platten wurden kürzlich noch einmal 125 numerierte Abzüge hergestellt und von ausgesuchten Künstlern genau nach den Originalen von Hand koloriert (zu beziehen bei Knobel Art Collections, Zug). Es ist deshalb damit zu rechnen, dass die berühmten Werke von Karl Bodmer in Zukunft auch in europäischen Museen und Privatsammlungen anzutreffen sein werden. Wer in diesem Zusammenhang mehr über den Maler erfahren möchte, soll die Möglichkeit haben, sich zu informieren. Deshalb bringe ich die seit Jahren vergriffene vorzügliche Bodmer−Biographie von Hans Läng in einer ergänzten Neuauflage heraus. Das Erscheinen wurde dank der grosszügigen Unterstützung durch die Familien R. und A. Bodmer und die Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Bankgesellschaft Zürich möglich. 

Karl Bodmer starb am 30. Oktober 1893 in Paris, also vor genau 100 Jahren. Die Neuauflage dieser Biographie soll die Erinnerung an ihn wach halten.

Zug, im September 1993                                                                                                            Edition Knobel Art Colletions
                                                                                                                                                    Ursula Knobel

KNOBEL ART COLLECTIONS
Industriestr. 34
6300 Zug
ISBN: 3-9520463-0-2